22. November 2017

Robert Mahler Forum

Robert Mahler Forum

Der jüdische Friedhof in Ybbs-Göttsbach

Eine Reale Vision – Das Projekt

Was?

Restaurierung des alten jüdischen Friedhofs in Ybbs-Göttsbach und Erweiterung zu einem modernen Forum der Begegnung.

Wer?

Der Verein zur Sanierung und Erhaltung des jüdischen Friedhofs in Ybbs-Göttsbach unter dem Obmann Bürgermeister Anton Sirlinger.

Wann?

Planungs- und Strukturarbeit seit fünf Jahren; Baubeginn voraussichtlich Frühsommer 2013.

Warum?

  • Weil die jüdischen Menschen vor 1938 ein wichtiger Teil des Kultur-, Bildungs- undWirtschaftslebens im Mostviertel und südlichen Waldviertel waren.
  • Weil die Kenntnis ihrer Geschichte einen wesentlicher Beitrag zur Gestaltung unserer Gegenwart, aber noch viel mehr der Zukunft darstellt.
  • Weil wir bald eine Zeit ohne Augenzeugen erreicht haben werden und dann das Wissen in die Erfahrung der nächsten Generationübergegangen sein muss, um lebendig zu bleiben.
  • Weil ein facettenreiches und geschichtlich interessantes Kulturzentrum auf moderner Basis in unserer Region fehlt.

Sie Wollen Mehr Wissen?

Der Friedhof in Ybbs-Göttsbach besitzt als einziger jüdischer Friedhof Österreichs vor 1900 eine seit seiner Gründung im Jahre 1894 intakte Struktur: Eine Zeremonienhalle mit Tahara und Nebengebäuden (ehemals Pförtnerwohnung) sowie vollständiger Friedhofsumrandung. Eine geschlossene Formation, die seit 118 Jahren alle zeitlichen Stürme überdauert hat. Damit stellt der Friedhof die einzige lebendige Verbindung zur ehemaligen jüdischen Gemeinde des Mostviertels und des südlichen Waldviertels im 19. Jahrhundert dar. Selbst berühmte Friedhöfe wie Czernowitz (1905), Prag (1911) oder Brno (1900) datieren aus späteren Jahren und sind zudem unvollständig. In Ybbs befindet sich überraschenderweise ein kleines, aber in der jüdischen Geschichte Mitteleuropas wichtiges Kleinod.

Eine weitere Besonderheit stellt die jahrelange Geschichtsarbeit von Dr. Johannes Kammerstätter dar, der das Leben der jüdischen Gemeinde, insbesondere der auf dem Friedhof beerdigten und deren Angehörigen minutiös rekonstruiert hat. Seine Trilogie stellt eine historische Meisterleistung in der jüdischen Geschichtsforschung dar und wird die Basis einer Dauerausstellung sein. Durch die intensive Kontaktpflege – nicht zuletzt im Rahmen des weltweit beachteten Projektes „Letter to the stars“ – wurde die Erinnerung zu den Nachkommen der Mostviertler Juden belebt und etwas vom Heimatboden erhalten. Unterstützt wurde diese Wiederbelebung durch die engagierte Arbeit der Jugend in der Restaurierung der Grabsteine und der Initiierung von Verbindungen über die Europäische Jugendvereinigung SANDKORN (derzeit 20 europäische und südosteuropäische Staaten) unter der Leitung von Mag. Hans Müller und Dr. Wolfgang Wagner.

Was Steckt In Dieser Vision?

Grundlage des „Robert Mahler Forums“ ist eine genaue Rekonstruktion der Friedhofsgebäude nach den Bauplänen von 1894. Es ist nicht nur die äußere Form, die erhalten werden muss (dies ist mit dem Bundesdenkmalamt und der Israelitischen Kultusgemeinde Wien abgesprochen und bewilligt), sondern auch die Modernisierung des Innenlebens. Dieser Friedhof soll eine Stätte der Begegnung und der Kommunikation, mit der Möglichkeit zur detaillierten Information, eine Stätte des Lernens und Erfahrens für Jugendliche, ein Ort der Besinnung, des Gedenkens und der Versöhnung und ein Zentrum für kulturelle Veranstaltungen auf höchstem Niveau werden.

Die Israelitische Kultusgemeinde Wien hat uns ihr volles Einverständnis gegeben und eine Zusammenarbeit im Sinne einer Dependance entwickelt sich von Seiten des berühmten jüdischen Museums Wien. Eine weitere Zusammenarbeit mit dem jüdischen Zentrum in Lodz (Polen) und der Synagoge in Sarajevo als askenasisch-sephardische Achse ist in Planung. Eine zentrale Datenbank jüdischen Lebens im Mostviertel und dem südlichen Waldviertel, des Friedhofs und der jüdischen Verbindungen zu den SANDKORN-Ländern wird den Besuchern zur Verfügung stehen. Eine Dauerausstellung beschäftigt sich mit der jüdischen Bevölkerung des Mostviertels und des südlichen Waldviertels. Daneben sind zwei Sonderausstellungen pro Jahr zu spezifischen Themen vorgesehen. Regelmäßige Kulturveranstaltungen.

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